Dienstag, 2. Juni 2009

Iris - endlich


In meinem Garten blüht nur noch eine letzte Nachzüglerin und mahnt mich zur Einhaltung eines längst gegebenen Versprechens.

Die Göttin des Regenbogens, Iris, Schwertlilie - eine schöne Abhandlung über die Vielfalt de Schwertlilien und ihre botanischen Bezeichnungen findet man hier http://http//www.gaissmayer.de/index/seiten/duftpflanzen/iris.htm.

Das ätherische Öl aus iris germanica oder pallida wird aus dem Rhizom, dem Wurzelstock gewonnen und zwar in einem unendlich aufwendigen Verfahren. Jahrelanges Lagern, Zerkleinern, manchmal sogar fermentieren, Wasserdampfdestillieren, wieder Lagern, Reifen, manchmal sogar gezielt belüftet - eine Wissenschaft für sich! Heraus kommt ein unfassbar schillernder Duft, seltsam vertraut, süß und blumig aber auch erhaben, tiefgründig unfassbar. Dieser Duft weist weit über die Grenzen des Materiellen hinaus - nicht nur wegen seines hohen Preises - schafft eine Verbindung mit der Ewigkeit. Der Regenbogen als Brücke ins ewige Leben ist mit Iris zum Riechen nah. Eines der wichtigsten Öle in der Sterbebegleitung. Aber auch zur Erweckung totgeglaubter Gefühle, Erweichung bornierter Grundsätze, Erlösung von Schuldgefühlen: Nirgends liegen Spirtualität und Sinnlichkeit so nah beieinander wie in diesem Duft. Umhüllend, mit der Leiblichkeit versöhnend weist Iris sanft über die Grenzen der iridischen Existenz hinaus und bietet Weitblick ohne Realitätsverlust, Weite des Herzens, Großzügigkeit, Luft zum Leben und Lust zum Lieben. Blütenduft aus der Wurzel, keine Widersprüche! Nahrung und Reinigung für Haut und Seele - ein Hauch genügt. Für alle Irisduftliebhaber gibt es ein unerhört feines Iriswurzelwasser bei den Maienfelsern.
Wie die leider etwas ungelenk abgelichtete tauschöne Gattungsvertreterin der Schwertlilien auf dem Foto heißt, weiß ich nicht. Fotografiert habe ich sie auf Schloss Dennenlohe vor zwei Wochen. Jedenfalls ist sie nicht leicht fotografisch zu porträtieren, entzieht sich göttinnengleich der Zweidimensionalität...

6 Kommentare:

  1. Hallo Ula,
    Danke für die Zeilen zu der schönen Iris.
    Ich habe dennoch eine Frage: Ganz sicher ist die Iris in der Sterbebegleitung ein wichtiges Öl. Gibt es auch für die Iris eine greifbare, für einen analytisch orientiert denkenden Menschen fassbare Erklärung. Warum wird es in der Psychotherapie eingesetzt.Ist alles nur erklärbar mit dem Duftgedächtnis und den entspannenden Inhaltsstoffen?. Wenn ich mich nicht irre, sind hier enorm viele Sesquiterpenketone enthalten.
    Vielleicht erfahre ich hier im Blog Näheres darüber.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  2. Liebe Frau Ula, als treue Leserin aller "Eliane-Blogs" bin ich erst, nachdem Eliane ihre Blogseite geschlossen hatte, auf Ihre Seite gestoßen. Leider gehöre ich auch zu denen, die nie auf einen Blog geantwortet haben, was mir jetzt sehr leid tut. Zum einen aber erging es mir wie vielen Leserinnen: Was soll man bei soviel kompetenten Wissen noch kommentieren? Zum anderen bin ich nicht sehr "fit" in der Bedienung eines Computers. Dann kommt auch noch eine große Überwindung dazu, "öffentlich" zu schreiben. Ich kann Sie nur bitten, sich nicht durch eine schreibfaule Leserschaft (was durchaus nicht mit Desinteresse gleichzusetzen ist)entmutigen zu lassen, weiterhin Ihre Texte zu veröffentlichen. Sie haben einen schönen Blog aufgebaut. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht oft kommentieren werde, so habe ich doch heute einen kleinen Anfang gemacht und gehöre zu Ihren treuen Leserinnen. Herzliche Grüße, C.

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  3. Liebe Ula :-))

    ich danke dir! "Meine" Iris ist wirklich ein göttliches Geschenk. Erst letzte Woche durfte ich wieder einmal ihre grosse Kraft spüren, als ich einer sterbenden Patientin zuhause mit Iris in den Händen Hallo gesagt habe. Zuerst war die Frau sehr unruhig und musste auch viel "hergeben" (sprich erbrechen - Magen-Karzinom), danach wurde sie aber sichtlich ruhiger und auch ihre Töchter konnten sich gut von ihr verabschieden. Sie starb sehr friedlich alleine mit ihrer Familie.

    Solche tiefen Erfahrungen mit Iris schätze ich sehr und berühren mich immer sehr tief. Auch in der Zeit der Diplomarbeit mit der Iris ist sehr viel mit mir passiert und ich bin einfach nur dankbar und staune, wie wertvoll in "nicht-materieller" Sicht sie doch ist. Und wie wenig sie angewendet wird...

    Kennst du die Geschichte von Iris von Hermann Hesse? Dazu gibt es einen Bildband mit wunderschönen Bildern. Ist eine Anschaffung wert, wenn es das noch gibt?!

    Hach, ich könnte noch lange weiterschreiben, aber das wäre nicht der Sinn der Komentare, oder? Und die Erfahrung zeigt, dass so lange Posts nicht gelesen werden ;-)

    VIELEN LIEBEN DANK
    und gute Nacht

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  4. Ach ja, bei mir funktioniert der Link leider nicht?!

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  5. Hej Ula,
    es ist trotzdem ein wunderschönes Foto.

    Eine Bekannte hat vor ein paar Tagen das Iriswurzelwasser vom Maienfelser bei einem Hund ausprobiert - um ihm den Weg über die Regenbogenbrücke zu erleichtern - auch dort scheint es funktionieren, sowohl bei Mensch als auch bei Hund. Der Tierarzt soll jedenfalls sehr erstaunt über die innige Harmonie und Ruhe gewesen sein, ebenso über "diesen Duft" - sie hat aber nicht verraten, was es war....

    Liebe Grüße
    Gaby

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  6. ich habe mich auch schon nach der eher wissenschaftlichen erklärung für die spezielle anwendung des irisdestillats (das iris-absolue riecht eher grässlich) gefragt. als ich kürzlich las, das prostatakrebs-zellen auf den haupt-inhaltsstoff jonon mit abscheu reagieren, musste ich schmunzeln. wird die prostata nicht dem wurzelchkra zugeordnet? vertreiben die moleküle einer pflanzlichen knolligen wurzel (bzw. eines rhizoms) unheil von der menschlichen wurzel? oder bringen sie uns gar zurück zu den wurzeln, zum ursprung, zum ALL... oder sind es nur die stark entspannend und ausgleichend wirksamen sesquiterpene, die zart und unaufdringlich genug duften, um den weg dorthin in ruhe und frieden gehen zu können? denn sicherlich ließe es sich auch mit vetiver- oder mandarinenduft sterben, doch sie können sich eben auch penetrant anfühlen.

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