Wie gut Immortelle alias Strohblume (helichrysum italicum) als ätherisches Öl gegen Hämatome wirkt, ist eines meiner ständig wiederholten Aromatherapie-Mantras. Es ist auch wesentlicher Bestandteil meiner bewährten Tatütataa-Mischung. In der Augenpartie ist es aber nicht ratsam, mit ätherichen Ölen herumzupfuschen. Als gestern bei einem wilden Tanz um den Esstisch mein jüngerer Sohn buchstäblich nochmal mit dem blauen Auge davon kam, habe ich ihm Strohblumenwasser auf einen (fusselfreien) Wattepad gegeben und damit das lädierte Äuglein und Jochbein behandelt: Das Ergebnis ist genauso überzeugend, wie ich es vom ätherischen Immortellenöl gewohnt bin. Auf eine Fotodokumentation der Verletzung vor und nach der Behandlung müssen wir aber verzichten - dazu fehlt mir dann in solchen Situationen doch der Nerv. Der eindeutige Vorteil des Hydrolats gegenüber dem ätherischen Öl: Es riecht nicht so extrem. Wer pures Immortellenöl mal bei einer schmerzhaften Verletzung aufgetragen hat, wird die Duftassoziation nicht mehr los. Das Hydrolat wird künftig bei uns häufiger zum Einsatz kommen. Übrigens kann man nicht immer so ohne weiteres von der Wirkung des ätherischen Öls auf die des entsprechenden Hydrolats schließen!
Freitag, 30. Januar 2009
Blaues Auge
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Dienstag, 27. Januar 2009
Bitte um Aufmerksamkeit...
Die wunderschön bereiften vertrockneten Blütenstände der Wiesenkönigin (filipendula ulmaria, Familie der Rosengewächse) erinnern mich daran, Ihrer Majestät auf diesem Wege mal etwas mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. In der Kräuterheilkunde schätzt man die blühende Pflanze als wirksames Mittel gegen Fieber und Schmerzen. Rheuma und Gicht gehören zu den Anwendungsgebieten. Das ätherische Öl aus der auch Mädesüß genannten Pflanze ist nur selten zu bekommen. Es wird meist zusammen mit Rosmarin destilliert - bei Oshadhi sind 20% Wiesenkönigin drin. Es duftet herb, medizinisch und seltsam vertraut kräuterig. In Einreibungen bei entzündlichen und schmerzhaften Gelenkserkrankungen wirkt es äußerst lindernd, ebenso bei Gliederschmerzen oder Muskelkater. Man mischt es am besten mit Johanniskrautöl. Die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften sind auf Salicylsäureverbindungen (Wirkstoff von Aspirin) zurückzuführen. Was mich darüber hinaus sehr für die Pflanze einnimmt: Sie ist einheimisch, wir begegnen ihr im Hochsommer an Bachläufen und auf feuchten Wiesen. Es gibt so viele hochwirksame Heilpflanzen bei uns, die (zum Glück?) im Schatten ihrer prominenten Aromakolleginnen aus Südfrankreich oder Australien dem Gesetzgeber noch nicht aufgefallen sind. Auf sie setze ich meine Hoffnungen, falls der sogenannte Verbraucherschutz völlig durchdrehen sollte: Wenn ich die Stories zum geplanten Lavendelölverbot oder auch die neueste Meldung über Zimtblätteröl (siehe http://www.aroma-therapie.blogspot.com/) höre, wird mir klar, wie zweischneidig die zunehmende Popularität der Aromatherapie ist. Also sehe ich mich schon mal in meinem Garten um, was sich da in schlechten Zeiten alles so destillieren und mazerieren ließe... Das soll aber nicht heißen, dass ich dafür bin, den Kopf kampflos in den Sand bzw. die Wiese zu stecken und bin froh dass es Menschen gibt, die da ähnlich denken und hoffentlich noch viele damit anstecken. Informationen gibt es unter anderem hier: http://www.nora-international.de/
Mittwoch, 21. Januar 2009
Ganz rund
Eines meiner meistgehassten Wörter ist die unschöne Konstruktion Allroundtalent. Meine Ablehnung basiert nicht etwa auf dem weitverbreiteten Angilzismenverfolgungswahn. Nein: Allroundtalent ist so eine Killerformulierung, die dem Bezeichneten durch die Wischiwaschimasche schadet. Gerade in der Aromatherapie gibt es viele Opfer dieser pauschalen Ausdrucksweise. Der Facettenreichtum guten Lavendelöls beispielsweise wird mit diesem Begriff mit einem Wisch unter den Wundermitteltisch gekehrt. Laien und vor allem Kritiker bekommen so den Eindruck, es handele sich bei vielen ätherischen Ölen wegen dieser Allroundtalentgeschichte um Mittelchen, die alles ein bisschen jedoch nichts wirklich können. Außer bei Lavendelöl plädiere ich immer dafür, Einzelöle in ihrer Anwendung nicht überzustrapazieren und wenn sie noch so vielseitig einsetzbar sind. Lieber abwechseln und neue Synergien schaffen.
Rosenwasser ist auch so ein Kandidat für diesen Ausdruck und wenn man ihn wörtlich übersetzt, trifft er hier in besonderer Weise zu: Ganz rund. So kann man den Duft und die Wirkung mehrfach destillierten Rosenwassers bester Qualität beschreiben. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen den Besitz einer größeren Menge (im Kühlschrank lagern) dieser Kostbarkeit zu einer runden Sache. Hier ein paar jahreszeitlich passende Anwendungstipps:
Apfelrosenfenchelpunsch: Apfelsaft mit Fenchelsamen und Kardamom ca. 10 Minuten köcheln und anschließend mit einem Schuss Rosenwasser abschmecken. Ein blumig-bekömmliches Getränk für Gripperekonvaleszente und andere Angeschlagene. Ein wenig geriebener Ingwer schadet dem Getränk und der Gesundheit auch nicht.
Heiße Rosenzitrone: Frisch gepresster Zitronensaft, heißes Wasser, Honig, ein Schuss Rosenwasser: Macht die entzündungshemmende und desinifzierende Wirkung der Zitrone erst richtig rund.
Und außerdem darf Rosenwasser in Wickeln zur Fiebersenkung nicht fehlen. Rosenwasser im Waschwasser desodoriert: Das ist für grippal Infizierte, die das Bett hüten und viel schwitzen müssen aber nicht duschen oder schon gar nicht baden sollten, weil es den Kreislauf zu sehr belastet, eine große Wohltat. Bindehautentzündungen kann man mit in purem Rosenwasser getränkter Augenwatte lindern. ABER: es sollte reines Rosenwasser ohne Alkohol oder andere Zusätze sein! Mein Favorit ist das mehrfach destillierte Rosenwasser der Firma WADI. Das darf in meiner Praxis nie ausgehen. Und die Liste der Anwenundgsmöglichkeiten ließe sich beliebig verlängern. Rosenwasser ist im besten Sinne ein universales Hausmittel!
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Montag, 12. Januar 2009
Neues aus dem Schokoladen
Da habe ich aber gestaunt: ätherische Öle als Aromastoffe in der Küche sind mir ja durchaus nicht fremd und ich verwende sie regelmäßig. Allen voran natürlich sämtliche Zitrusdüfte, Vanille für Süßes, die Kräuter der Provence in ätherischer Form für mediterrane Gerichte, Lemongrass und Koriander für asiatisch angehauchte Speisen - alles natürlich in winzigsten Spuren. Aber auf die Idee, Ylang Ylang mit Schokolade zu verbinden bin ich trotz aller Experimentierfreude bisher nicht gekommen und war beim Anblick dieser Schokolade auch äußerst skeptisch. Zum Glück hat meine Neugier die Skepsis besiegt und ich habe eines der sinnlichsten Schokoschmeckerlebnisse aller Zeiten hinter mir und muss zu meiner größten Freude auch noch feststellen, dass keine Schokosucht damit ausgelöst wird. Es reicht ein winziges Stückchen um gaaaaaaanz samtigwonnigzufriedenes Wohlsein im ganzen Körper herzustellen - langsamst auf der Zunge zergehen lassen, Augen schließen und etwaige Ablenkungen durch andere Sinnesreize vermeiden! Erwartet hätte ich eher einen seifigen Geschmacksakkord, doch oh Wunder: Ylang Ylang schmeckt nicht raus verleiht aber der Schokolade einen äußerst weichen Charakter, der in Geschmacksnuancen überhaupt nicht zu beschreiben ist außer, dass er genau das Gegenteil der unvermeidlichen Verchilipfefferung des modernen Schokoladengenusses darstellt. Nichts für Kaltduscher und andere hartgesottene Zeitgenossen, würde ich meinen. Die Lavendel-Cranberrie-Kreation ist zwar auch lecker, es überwiegt das säuerliche Cranberriearoma und eignet sich ganz gut als Beigabe zu beerigen Desserts, ist aber kein wirklich neuer Stern am Schokohimmel.
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Montag, 5. Januar 2009
Rau(c)hnächte
Myrrhe: Balsam für Haut und Schleimhäute.
Nach den Weihnachts- und Neujahrs-zusammenkünften in trockenen, überheizten Räumen, reichlich Ernährungssünden und gruppendynamischen Familien- und Verandtschaftserfahrungen sehen einige am Ende der Weihnachtsferien etwas abgestanden aus und die Haut spiegelt bei so manchen eine ziemlich mitgenommene Seele. Zeit für eine kleine Selbstbeweihräucherung mit einem Klassiker aus der Haupflege: Myrrhenöl als Bestandteil in Salben, Bädern oder Massageölen hilft der Haut, sich selbst zu helfen, adstringiert und ist wundheilend. Als erstklassiges Fixativum hilft es außerdem andere Düfte länger auf der Haut zu halten und verleiht Duftkompositionen eine tiefe, warme Note ohne sie zu dominieren. Dabei ist Myrrhe auch noch stark antiviral wirksam, antiseptisch und wirkt mild schleimlösend. Myrrhe kommt daher in fast alle meine Atembalsame. Zur Zeit schätze ich folgende Mischung als Gesichtsöl: auf 10ml Mandelöl mit etwas fettem Wildrosenöl 2 Tr. Bergamotte, 1Tr. Thymian linalool (!) und 2Tr. Myrrhe plus eine Spur destillierte rosa damascena (mit einer Stecknadel oder Minipipette). In der Zahnheilkunde und Mundhygiene ist Myrrhe seit Jahrhunderten nicht wegzudenken und ist auch heute noch selbst in konventionellen Produkten förmlich in aller Munde.
Meine Lieblingsmyrrhenanwendung ist aber doch das Räuchern und zwar in der klassischen Kombination mit echtem Weihrauch: Das riecht, als ob Kaspar, Melchior und Balthasar persönlich hereingeschaut hätten und versetzt mich in eine entsprechend feierliche Stimmung, was den Teint von innen heraus strahlen lässt, wo ja bekanntlich die wahre Schönheit herkommt...
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