Donnerstag, 26. Februar 2009

Danke für die Blumen


Immer wieder bekomme ich die nettesten Komplimente für meine Fotos hier (die wirklich alle von meinem Zeigefinger auf dem Auslöser geschossen wurden, das heutige stammt aus dem botanischen Garten in Erlangen, Sommer 2008) Meistens kommt Euer Feedback per Mail oder auch Telefon. Auch freue ich mich zu hören, dass es gaaaaaanz weit weg von hier Menschen gibt, die meine Fotos gar immer sehen möchten und sie gleich auf dem Desktop installieren. Wundervoll! Dazu sind die Fotos auch da. Über die Frage um Erlaubnis freue ich mich auch und frage mich dabei, wie hoch die Dunkelziffer wohl ist. Jedenfalls bitte ich bei der Verwendung meiner Fotos doch sehr herzlich um Quellenangaben, eine Link hierher zum Beispiel, gell. Außerdem wäre es doch schön, wenn Ihr Eurer Begeisterung hier in den Kommentaren Ausdruck verleihen würdet. (Danke Eliane für Deine treue Unterstützung!) Einfach unten auf "Kommentare" klicken, dann erscheint ein neues Fenster mit einem jungfräulichen weißen Feld, in das Ihr all das schreiben könnt, was Euch einfällt und sei es nur "Juhufallera". Um den Kommentar zu veröffentlichen muss man dann noch diese verzerrten Buchstaben ins dafür vorgesehene Feld abtippen. Das ist ein Spamschutz, damit nicht automatisierte Kommentare am laufenden Band hier eingehen. Die ganz Schüchternen - neineneinenin, ich schaue gar niemanden jetzt persönlich an ;-) können ja anonym kommentieren, da passiert gar nichts, keine Anmeldung nötig, keine Trickbetrüger von unheimlichen Internetgeschäften lauern, keine versteckte Kamera. Wenn Ihr hier also vorbeischaut und was Schönes mitnehmen könnt ins echte Leben (und ich weiß, dass das bereits einige tun und freue mich darüber auch sehr), dann lasst doch mal einen Gruß da! Wenn meine Kinder in der Metzgerei eine Scheibe Gelbwurst bekommen, sagen sie danke, das gehört sich einfach. So ähnlich ist das mit dem Blog auch: Jeder Post ist eine Scheibe Gratisaromaberatung und hält länger als Gelbwurst!
Wenn aber irgendwer die Fotos drucken lässt oder meine Texte, einen Haufen Geld damit verdient und mir nichts abgibt, dann soll er für immer erblinden und eine totale Anosmie erleiden, jawoll! Schließlich möchte ich nicht jedes einzelne Foto hier mit einer Kopierschutzgrafik verschandeln müssen!

Dienstag, 24. Februar 2009

Rotes Wunder




Schon als Kind habe ich die Herstellung von Johanniskrautmazerat oder Rotöl als ein wahres Wunder erlebt, das sämtlichen mir damals bekannten Naturgesetzen widersprach. Gelbe Blümchen in grünes Öl (nämlich Olivenöl) eingelegt und wochenlang der Sonne ausgesetzt ergeben ein rotes, wohlriechendes und heilkräftiges Mazerat. Alles, was ich als Kind auf ähnliche Weise in alchimistischer Manier versuchte zu veredeln, verwandelte sich in kurzer Zeit in eine braune gammelige Matsche. (Das Foto zeigt Rotöl im Becherglas auf Alabasterlampe)



Das Einsatzgebiet für Rotöl ist ein weites. Hier möchte ich ein Loblied auf seine entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften singen, da ich diese in den letzten Tagen sowohl bei einer äußerst schmerzhaften Entzündung des Mastoids (quasi die Fortsetzung einer Mittelohrentzündung im Schläfenbein) meines achtmonatigen Babys als auch meines Ischiasnervs erleben durften. In beiden Fällen hat das vorsichtige Auftragen puren Johanniskrautöls auf die betroffenen Stellen für augenblickliche spürbare Linderung gesorgt. Die sofortige Wirkung ähnlich eines hochdosierten intramuskulär gespritzten Schmerzmittels hat mich selbst dermaßen erstaunt, dass ich sofort einen Johannis-Votivaltar (Alabsterlampe, s.o.) errichtet habe. Die Mastoiditis ist dank unseres Kinderarztes, der den Griff zu den richtigen Globuli rechtzeitig veranlasst hat, innerhalb eines Tages jetzt soweit abgeklungen, dass kein Anlass zur Sorge mehr besteht. Wir bleiben unter Beobachtung undRotöl sollen wir noch weiter anwenden - am besten stündlich. Beim Johanniskrautöl variiert die Zusammensetzung besonders stark und somit auch die Wirkung. Momentan sind wir in der glücklichen Lage ein sehr potentes unser eigen zu nennen.
Kleiner pharmaphilosophischer Exkurs: Man kann sich nicht immer darauf verlassen, man muss es ausprobieren. Das ist einer der Gründe, warum Naturheilmittel von der Schulmedizin so misstrauisch bis feindselig betrachtet werden: Es kann eigentlich keine verlässlichen Studien geben, da die Zusammensetzungen so verändlerlich sind. Die für die Wissenschaft notwendige Laborsituation ist mit naturbelassenen Produkten nicht herstellbar. Und wissenschaftlich bewiesen ist nur das, was unter immer gleichen Bedingunghen zu immer gleichen Ergebnissen führt. Wir Menschen sind ja schließlich alle gleich, gell. Ääähh?? Oder variieren wir etwa in Abhängigkeit von Anbauregion und Lagerung??? (Ende des Exkurses)


Man kann das Johanniskrautöl in seiner Wirkung noch enorm steigern, wenn man die entsprechenden ätherischen Öle zusetzt. Schon ein Tropfen Lavendelöl mit einmassiert schaltet durch synergistisches Zusammenspiel sozusagen den Turbo ein. Zur Zeit erübrigen sich zwar die Warnungen bezüglich der gesteigerten Lichtempfindlichkeit sind aber wichtig zu wissen: Sonne und Johanniskrautölanwendungen vertragen sich überhaupt nicht, jedes Jahr verbrenne ich mir beim Abfüllen meines Mazerats den Handrücken und laufe als Mahnmal der Phototoxizität durch den Spätsommer.


Allen, die oft mit Ohrentzündungen jeder Art kämpfen, sei Elianes 'Pflichtfläschchen für Eltern' dringend ans Herz gelegt. Das Rezept findet man hier:
Im Juni schreibe ich nochmal über Johanniskraut (hypericum perforatum). Da gibt es noch viel zu erzählen!

Dienstag, 17. Februar 2009

Kon ZEN tration


Am Ende eines langen Winters gehen uns allen allmählich die Kraftreserven aus. Infekte, Licht- und Bewegungsmangel, Trägheit vor der Glotze: Geistige Tätigkeit führt in diesem Zustand zu sofortigen Kopfschmerzattacken, für einen strammen Marsch an der frischen Luft fehlt aber die Kraft, die Zeit sowieso und die Motivation angesichts der Schneematschmengen, die einen von unten und oben erdrücken, sobald man die Nase zur Türe rausstreckt. Zeit für eine kleine Duftmeditation: sich sammeln, andere Sinnesreize reduzieren, durchatmen, Bilder mit dem Duft aus der Duftlampe aufsteigen lassen und anschließend mit niedriger Schlagzahl auf das Wesentliche konzentriert weiterarbeiten. Als Unterstützung hier eine Anregung zur Befüllung der Duftlampe:


"Den Winter austreiben"

Bergamotte, Zypresse, Zirbelkiefer (das Foto zeigt allerdings eine pinus sylvestris), Pfeffer je zwei Tropfen

Johanniskraut ätherisch und Angelikawurzel je einen Tropfen.


Wer mit der allemannischen Fasnet etwas anfangen kann, mag sich vielleicht zu dem Duft die entsprechenden Holzmasken vorstellen und sie vor seinem geistigen Auge den Winter austreiben lassen...

Mittwoch, 11. Februar 2009

Auf drei zählen können


WAS IST DAS?

Fortsetzung der Raterunde, weil der Anlass immer noch so aktuell ist: Ein kleines Bilderrätsel für mündige Aroma-Anwender und andere Menschen, die auf drei zählen können.



a) ein Ölgemälde


b) unzureichend gekennzeichnete Gefahrenstoffe


c) Naive Kunst: Hier werden hochgefährliche Substanzen verniedlicht dargestellt!


d) Der stumme Hilfeschrei einer Aromakundigen, die sich verzweifelt an die drei Fläschchen klammert, die ihr bleiben werden, wenn gesetzliche Abgaberegulierungen in naher Zukunft sie vom Zugriff auf die ätherischen Öle aus Zimtblatt, Rose, Zitrusfrüchten, Nadelbäumen etc abgeschnitten haben werden.

Dienstag, 10. Februar 2009

Nur Mut


Thymus vulgaris, Thymian, der Pflanzenname kommt vom altgriechischen thymos. Das heißt so viel wie Mut, Geist aber auch Rauch und Duft. Mehr Etymologisches und Geschichtliches über dieses und andere Kräuter kann man auf dieser wunderbaren Seite nachlesen: http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Thym_vul.html

Griechische Krieger nahmen vor dem Kampf ein Thymianbad oder legten sich Thymianzweige in ihre Sandalen um ihren Kampfgeist zu stimulieren. Die Zeiten haben sich geändert, die Kampfzonen unserer Tage sehen anders aus aber noch immer leistet der gute alte Thymian Schützenhilfe: So variantenreich die biochemische Zusammensetzung seines ätherischen Öls ist, so zuverlässig wirken alle ätherischen Thymianöle gegen Krankheitskeime. Man spricht bei den Thymianölen von verschiedenen Chemotypen, die jeweils nach dem wichtigsten Hauptinhaltsstoff benannt sind. Um welchen Chemotyp es sich handelt, sollte auf dem Fläschchen stehen, davon hängt nämlich ganz entscheidend die Anwendungsweise ab! Die Thymianfrage ist übrigens ein prima Test, ob man einen wirklichen Aromakundigen oder nur einen Fläschchenverhökerer vor sich hat. Am geläufigsten sind die Chemotypen Thymian linalool und Thymian thymol.


Thymian linalool zeichnet sich durch seine besondere Haut- und Kinderfreundlichkeit aus und fehlt daher in keiner Mischung für Atemwegserkrankungen bei Kindern. Das Abhusten zähen Schleims wird erleichtert, das Immunsystem gestärkt und die keimhemmende Wirkung sorgt dafür, dass keine Sekundärinfektion den geschwächten Organismus heimsucht. Auf der emotionalen Ebene wirkt Thymian linalool stimmungsaufhellend und ermutigend. Für einen schmackhaften Hustensirup nehme ich einen oder zwei Teelöffel Honig, einen Tropfen Thymian linalool (und vergewissere mich, ob auch wirklich linalool auf dem Fläschchen steht!), einen Tropfen Zitrone oder besser noch Zedrat, vermische das unter Rühren mit einer Tasse warmem Wasser und genieße. Das schmeckt auch Kindern wunderbar. Wie bei allen aromatherapeutischen Anwendungen gilt: Regelmäßig anwenden, mäßig dosieren! Also fünfmal am Tag einen Tropfen und auf gar keinen Fall einmal fünf Tropfen! Das macht man freiwillig allerdings sowieso kein zweites Mal...


Thymian thymol ist äußerst scharf und muss sorgfältig verdünnt werden (1 Tropfen auf 10ml fettes Öl reicht!), dafür ist er aber auch sehr stark antibakteriell in der Wirkung und kann die gängigsten Bakterienstämme bereits in nulkommanull-prozentigen Verdünnungen in kurzer Zeit unschädlich machen. Ideal zur Raumulftdesinfektion, in Kombination mit Zitrus- und Nadeldüften. Altgriechische Anwendungsweise: Bei schlimmen Infekten der unteren Atemwege (Medizinmann fragen, is klar, ne) kann man flankierend Thymian thymol auf der Fußsohle anwenden: Einen Tropfen pro Fuß, dreimal am Tag. Wer das mal ausprobiert und gerochen hat, misst der Redewendung, mit jemandem auf Kriegsfuß stehen eine ganz neue Bedeutung bei...





Donnerstag, 5. Februar 2009

Heiteres Beruferaten


Aus aktuellem Anlass ein kleines Spielchen: Was bin ich?


Hat Ihr Beruf im weitesten Sinne mit Menschen zu tun? (ja)

Suchen diese Menschen bei Ihnen Hilfe? (ja, auch)

Sind das Ihre Patienten? (nein)

Aber Sie helfen diesen Menschen bei Problemen mit der Gesundheit? (ja!)

Also was jetzt?? Führen Sie mich gerade an der Nase herum?! (hm, in gewisser Weise schon)

Sie helfen bei Gesundheitsproblemen, aber nicht bei Krankheit? (ja!)
So einen Beruf gibts doch gar nicht! (jein)
... Fortsetzung folgt, hoffentlich.




Montag, 2. Februar 2009

Lichtmess



Es wird heller! Im Innenhof scheint die Sonne am Vormittag wieder eine halbe Stunde auf die Treppe. Erste Lichtbringer in der Pflanzenwelt: Die Hamamelis entrollt ihre filigranen Blütenblättchen. Und gegen die Restdunkelheit, die von kalten dunklen Winternachmittagen noch in den Ecken unserer Seelen vor sich hindümpelt, kommt die wundervolle Duftmischung "Licht" von Farfalla in die Duftlampe oder ins Körperöl. Ich nehme einen Tropfen in die Hand, vermische ihn mit Mandel- und Jojobaöl und streiche damit über Unterarme und in den Nacken: Diese runde Komposition mit Bergamotte, Jasmin, Rose, Neroli, Patchouli... bringt einen Sonnenstrahl ins Gemüt und mir heute schon ein duftes Kompliment für mein exquisites Parfum!