Dienstag, 10. Februar 2009

Nur Mut


Thymus vulgaris, Thymian, der Pflanzenname kommt vom altgriechischen thymos. Das heißt so viel wie Mut, Geist aber auch Rauch und Duft. Mehr Etymologisches und Geschichtliches über dieses und andere Kräuter kann man auf dieser wunderbaren Seite nachlesen: http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Thym_vul.html

Griechische Krieger nahmen vor dem Kampf ein Thymianbad oder legten sich Thymianzweige in ihre Sandalen um ihren Kampfgeist zu stimulieren. Die Zeiten haben sich geändert, die Kampfzonen unserer Tage sehen anders aus aber noch immer leistet der gute alte Thymian Schützenhilfe: So variantenreich die biochemische Zusammensetzung seines ätherischen Öls ist, so zuverlässig wirken alle ätherischen Thymianöle gegen Krankheitskeime. Man spricht bei den Thymianölen von verschiedenen Chemotypen, die jeweils nach dem wichtigsten Hauptinhaltsstoff benannt sind. Um welchen Chemotyp es sich handelt, sollte auf dem Fläschchen stehen, davon hängt nämlich ganz entscheidend die Anwendungsweise ab! Die Thymianfrage ist übrigens ein prima Test, ob man einen wirklichen Aromakundigen oder nur einen Fläschchenverhökerer vor sich hat. Am geläufigsten sind die Chemotypen Thymian linalool und Thymian thymol.


Thymian linalool zeichnet sich durch seine besondere Haut- und Kinderfreundlichkeit aus und fehlt daher in keiner Mischung für Atemwegserkrankungen bei Kindern. Das Abhusten zähen Schleims wird erleichtert, das Immunsystem gestärkt und die keimhemmende Wirkung sorgt dafür, dass keine Sekundärinfektion den geschwächten Organismus heimsucht. Auf der emotionalen Ebene wirkt Thymian linalool stimmungsaufhellend und ermutigend. Für einen schmackhaften Hustensirup nehme ich einen oder zwei Teelöffel Honig, einen Tropfen Thymian linalool (und vergewissere mich, ob auch wirklich linalool auf dem Fläschchen steht!), einen Tropfen Zitrone oder besser noch Zedrat, vermische das unter Rühren mit einer Tasse warmem Wasser und genieße. Das schmeckt auch Kindern wunderbar. Wie bei allen aromatherapeutischen Anwendungen gilt: Regelmäßig anwenden, mäßig dosieren! Also fünfmal am Tag einen Tropfen und auf gar keinen Fall einmal fünf Tropfen! Das macht man freiwillig allerdings sowieso kein zweites Mal...


Thymian thymol ist äußerst scharf und muss sorgfältig verdünnt werden (1 Tropfen auf 10ml fettes Öl reicht!), dafür ist er aber auch sehr stark antibakteriell in der Wirkung und kann die gängigsten Bakterienstämme bereits in nulkommanull-prozentigen Verdünnungen in kurzer Zeit unschädlich machen. Ideal zur Raumulftdesinfektion, in Kombination mit Zitrus- und Nadeldüften. Altgriechische Anwendungsweise: Bei schlimmen Infekten der unteren Atemwege (Medizinmann fragen, is klar, ne) kann man flankierend Thymian thymol auf der Fußsohle anwenden: Einen Tropfen pro Fuß, dreimal am Tag. Wer das mal ausprobiert und gerochen hat, misst der Redewendung, mit jemandem auf Kriegsfuß stehen eine ganz neue Bedeutung bei...





4 Kommentare:

  1. Fläschchenverhökerer, der Ausdruck ist prima! und deine Ausführungen zur Duftgleichheit auch, danke!

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  2. Und diesen Fläschchenverhökerer-Test bitte in Apotheken unbedingt in zwei Stufen durchführen.
    1. Kann der Apotheker lesen? (Chemotyp steht ja auf der Flasche drauf)
    2. Gut beraten? Oder steht der Apotheker etwa ratlos vor der Anwendungsfrage?

    So traurig sieht nämlich das Aromawissen bei Apothekern häufig aus.

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  3. Übrigens kann man mit dem Thymiantest ersatzweise gerne auch mit dem Eukalyptustest auch nachweisen, wie vergleichsweise risikoarm ätherische Öle in der Anwendung sind: Was glaubt Ihr wohl, wie viele Stimmritzenkrämpfe der ständige eukalyptus-globulus-abusus infolge falscher Beratung (in Apotheken, mir wird wöchentlich von haarsträubenden Wissenslücken berichtet, die aber folgenlos bleiben) eigentlich schon hätte nach sich ziehen müssen?? Es ist laut Dr. Häringer (Stand allerdings Oktober 2006, Vortrag beim Aromakongress in Bad Kissingen) kein einziger Fall dokumentiert! Ein einziger würde reichen um ein Riesengeheul in der Welt der "wahren" Medizin hervorzurufen. Das wäre doch mal ein gefundenes Fressen! Aber nichts passiert! NICHTS! Wirklich gefährlich diese ätherischen Öle!!! Muss man schleunigst in Giftschränke sperren, bevor noch der Letzte gemerkt hat, wie sanft und wirkungsvoll sie sind! Totzdem ziehe ich es vor, den globulus (wenn überhaupt)erst für Kinder ab sechs einzusetzen, es gibt einfach hübscher riechende Alternativen, die weniger bedenklich sind!

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  4. Wißt Ihr, was mein "Geheimmittel" bei einer beginnenden erkältung ist? Ein Tropfen Thymian Thymol mit einem Esslöffel Honig verrühren, 2 EL Zitronensaft dazu und ein wenig warmes Wasser - Nase zu und runter damit. Schmeckt höllisch und ist echt scharf, hilft aber bombastisch. Ich hab die letzten Jahre kaum länger als 2 Tage einen Schnupfen gehabt und einen Husten gar nicht (sehr zur Verwunderung meines Hausarztes, der sich immer fragt, wie ich das mit meinem Asthma schaffe).

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