Mittwoch, 30. Januar 2013

Zappelphilipp

Fliegen - ein Schaukelkind braucht keine Drogen
Prangt heute auf dem Titelbatt der Süddeutschen Zeitung: Immer mehr "Zappelphilipp"-Diagnosen. Deutschland stehe an der Weltspitze, was die Anzahl der ADHS-Diagnosen betrifft. Interessanterweise häufen sich die Fälle, wo besonders viele Kinder- und Jugendpsychologen praktizieren. Würzburg hat eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Therapeuten aus diesem Fach und ist zahlenmäßig Bundeshauptstadt für ADHS und Ritalinkonsum. Die Zusammenhänge sind natürlich viel komplexer, als Zahlen ausdrücken können. Die Ursachen für Aufmerksamkeitsdefizite scheinen mir allerdings doch auf recht banale Weise bekämpfbar: Bewegungsmangel und zu viel weißer Kristallzucker gehören auf der körperlichen Ebene zu den wichtigsten Schädlingen.  Würde an diesen beiden Schwachpunkten gemeinsam (Eltern, Schule, Freizeitgestaltung, Glotze) präventiv angegriffen, brächen die Umsätze von Ritalin gnadenlos ein. Das wäre aber ein beträchtlicher volkswirtschaftlicher Schaden. Reine Spekulation meinerseits?
Übrigens: Kinder, die musizieren haben signifikant seltener ADHS. Kein Wunder: ihnen wird nämlich zugehört, also Aufmerksamkeit geschenkt. Kinder sind schließlich auch nur Menschen, sie können nur geben, was sie selber bekommen haben. So einfach.

Sonntag, 27. Januar 2013

Lockstoffe

 
Neue Sachen aus Naturstoffen in schönen Farben gibt's in der Werkstatt für die Sinne. Ganz nach dem Motto von Teresa von Avila:

Tu dem Leib Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen!

Für die Körperpflege gibt es auch allerhand Neues zu entdecken! Ich freu mich auf Euch! Es gelten die üblichen Öffnungszeiten.

Montag, 21. Januar 2013

Facettenreichtum

Wenn es irgendetwas gibt, das den Duft von Petit Grain Öl optisch einigermaßen illustrieren kann, dann diese Rosette aus der Kathedrale in Sens (Frankreich, Nordburgund, vor einiger Zeit mit Handy aufgenommen, in echt umwerfend kontrastreich). Dass destilliertes Grünzeug so bunt duften kann und sanft aber bestimmt Dunkel mit Licht aufmischt, lerne ich immer wieder neu lieben. Petit Grain, dieses für deutsche Artikulationsmotorik so schwer zu bewältigende ätherische Öl, wird aus den grünen Teilen, Blättern und Fruchtansätzen meist von der Bitterorange gewonnen. Übersetzt bedeutet der Name "Kleines Korn" in Anspielung auf das Aussehen der Früchte im Frühstadium. Im Duft kommt die Ahnung von künftiger Zitruslieblichkeit gepaart mit herber Unreife in einen - je nach Destillat - erstaunlich harmonischen Dialog. Ein zurückhaltendes Psycho-Öl, das mit den inneren Widersprüchen und der zeitlebens bestehenden Unreife versöhnen kann. Der Ehrlichkeit halber soll hier die Kölnisch-Wasser-Vergangenheit von Petit Grain nicht unerwähnt bleiben: In der Ur-Rezeptur des berühmten Duftwassers spielt Petit Grain eine wichtige Rolle und darf in einem Eau de Cologne auf natürlicher Basis nicht fehlen. Allen Nachweihnachtsmelancholikern und Infektopfern (Magen-Darm, Bronchitis sind nur Beispiele für die Anwendungsgebiete auf körperlicher Ebene) kann ich dieses grüne Wunder sehr ans Herz legen. Keine Angst vor Oma-Assoziationen und nach Wäscheschrank schmeckenden Pralinen, das war nämlich Tosca!  Die Fenster im Kölner Dom können mit Sens übrigens mithalten...

Dienstag, 15. Januar 2013

Stimmt's?

Wer singt, ist glücklich. Wer glücklich ist, bleibt gesund. Wer gesund und glücklich ist, macht keinen Ärger. Warum auch? Schonmal Kinder erlebt, die sich singend gegenseitig verkloppt haben? Die Schwingungen, in die der Körper beim Singen versetzt wird, haben nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Das sind banale Tatsachen, an denen auch die zahlreichen Singwettbewerbe mit Jury und viel Geplärr nichts ändern werden. Auch wenn es vielen passiven Musikern dabei die eigene Stimme verschlägt, wenn sie an mehreren Abenden pro Woche für ein sogenanntes Supertalent mitzittern. "Ich kann überhaupt nicht singen!" So lautet das niederschmetternde Selbsturteil. Wenn nur halb so viele Mitmenschen auch ihre eigenen Fahrkünste so selbstkritisch beurteilen würden, die Unfallstatistiken würden anders aussehen. Wer würde aber schon von sich sagen, dass ersie überhaupt nicht Auto fahren kann? Alle tun's: Gestresst, krank, übermüdet, depressiv, aggressiv, telefonierend... Jeder setzt sich so ans Steuer! Kein Mensch würde sich in diesem Zustand singen trauen! Wovor haben wir eigentlich Angst?
KEIN FOTO! Man sieht nur mit den Ohren gut und mit der Nase. Fotos sind immer Ansichtssache. Daher heute betonte Optikabstinenz.

Montag, 7. Januar 2013

Rosige Zeiten

Die Damaszenerrose ist Heilpflanze des Jahres 2013! Bin ich froh, dass ich da nie gefragt werde, welche Pflanze für das neue Jahr diese besondere Aufmerksamkeit bekommen soll! Wäre es nicht sinnvoller, die Pflanze erst nach Ablauf des Jahres zu küren? Der Sportler des Jahres steht doch auch erst zum Jahresrückblick fest! Jedenfalls stimme ich selten zu Jahresbeginn bereits so mit der Wahl des NHV (Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus) überein. Gerade mal eine Woche alt ist 2013 und es verging noch kein Tag ohne Rosenöl oder -wasser. Anlässlich einer sehr schwächenden Magen-Darm-Erkrankung  hat sich das ätherische Destillat aus der Damaszenerrose im Selbstversuch als das beste Stärkungsmittel erwiesen. Einem Instinkt folgend wurde der Bruchteil eines Tropfens auf Würfelzucker eingenommen, ein fast nicht auszuhaltender intensiver Geschmack mit anschließendem rundum Wohlgefühl durchströmte den vom Infekt arg gebeutelten Organismus. Als tags drauf die Kräfte wieder nachließen wurde die Anwendung wiederholt und noch einen weiteren Tag lang. Inzwischen reicht schnuppern am Fläschchen und eine minimale äußere Anwendung. Gebettet auf Rosen sogar im Gehen und Stehen! Ein kleiner Dorn im Auge ist mir diese Heilpflanzenkürerei trotzdem - schürt sie doch die Nachfrage und im Falle des sehr teuren Rosenöls muss bei steigender Nachfrage mit einer zunehmenden Zahl an Fälschungen auf dem Markt und insgesamt noch höheren Preisen gerechnet werden. Meine Skepsis gegen Moden und Tausendsassagedöns werde ich bei aller Begeisterungsfähigkeit auch 2013 nicht ablegen.
Wenn ich jetzt eine richtige Bloggerin wäre, könnte ich ja eine Verlosung ausloben, Hauptpreis für diejenigen LeserInnen, die meine persönliche Heilpflanze des Jahres 2012 erraten. Hab aber keine Hauptpreise, kann nur Inspiration schenken: Was war Eure persönliche Heilpflanze 2012? Verratet Ihr auch warum? Ich würde mich echt über ein paar Kommentare diesbezüglich freuen und mich zu weiteren Posts inspirieren lassen!

Mittwoch, 2. Januar 2013

Die tun nichts!

Davon kann man  nach über sechs Jahrhunderten getrost ausgehen. So lange sitzen diese Geistervertreiber schon am Fuße der Kathedrale im burgundischen Sens. Eigentlich sollten sie mit ihren Kollegen an vielen anderen gotischen Kirchen böse Geister am Eindringen ins Kircheninnere hindern. Vergebliche Müh, das lehrt uns die Kirchengeschichte. Irgendwie scheint der mittlere Kamerad das auch resignierend zur Kenntnis zu nehmen...
Soweit der kunsthistorische beinahe schon religionskritische Ausblick, wenden wir uns Themen zu, von denen ich etwas verstehe. Und dazu gehört beispielsweise Niaouliöl - meine Lieblingsvokalanhäufung in der Aromatherapie. Nicht nur wegen der klanglichen Eigentümlichkeit greife ich gerne zu dem Fläschchen. Melaleuca quinquenervia viridiflora, kurz MQV, in der Heimat der drei steinernen Gesellen nennt man es Goménol,Teebaumverwandtschaft, findet in der Aromapraxis Verwendung als Schutz für Haut und Schleimhaut vor allen möglichen bösen Geistern schädlichen Umwelteinflüssen. Bakterien, die über die Schleimhäute eindringen wollen, Strahlen, welche die Epidermis bedrohen, Pilze im Urogenitalbereich: Niaouli stoppt sie mit großer Macht. Selbst hartnäckige und chronische Atemwegsinfekte vergehen bei regelmäßiger Inhalation mit Niaouli. Dabei muss es nicht mal die Zähne blecken. Zu Haut und Schleimhaut ist es bei der beeindruckenden Wirkung erstaunlich mild. Übrigens ganz ohne Geisterzauber aber dafür mit machtvollen Alkoholen. Prosit Neujahr! Ich rede nicht von Flaschengärung sondern von Monoterpenolen und Sesquiterpenolen, weil's so vertrauensbildend ist. Allen Pollenallergikern erweist dieses Geschenk der Natur gute Dienste, vor allem, wenn sie jetzt schon anfangen, sich regelmäßig mit Niaouli zu pflegen (inhalieren, in Massagemischungen, Aromadusche). Die Liste der Wohltaten ist noch lang. Mit tiefer Überzeugung kann ich aber den Einsatzbereich Küche für dieses Allroundtalent ausschließen. Interessierten empfehle ich einen Blick in die Fachliteratur. Ausnahmslos allen rate ich zum Kauf eines Fläschchens Niaouli, damit das neue Jahr gut werden kann. Prosit heißt übrigens: Es nütze!